Grosser Preis von Japan

 
 
 
 
Suzuka Circuit, Suzuka
   

Der 5,807 Kilometer lange 'Suzuka International Racing Course' im japanischen Suzuka ist die einzige Strecke im Formel-1-Kalender, die in Form einer Acht angelegt ist und die immer spannende Rennen verspricht. Gebaut wurde der Kurs im Jahr 1962 vom Automobilhersteller Honda als hauseigene Teststrecke samt einem Vergnügungspark für die Mitarbeiter und Familien. Berühmt ist Suzuka trotz der zugegebenermaßen ein wenig beschwerlichen Anreise nicht zuletzt auf Grund der unglaublichen Zuschauermassen, die sich am Wochenende an die 520 Kilometer südlich von Tokio gelegene Strecke aufmachen und für ein heilloses Verkehrschaos sorgen.

Japanischkenntnisse sind von Vorteil, da kaum ein Japaner eine andere Sprache außer seiner Muttersprache auch nur rudimentär beherrscht. Bezüglich der Hotels tun Japanreisende gut daran, sich im Voraus zu erkundigen, ob ihre Hotels europäische Zimmer haben. Ist das nämlich nicht der Fall, kann es passieren, dass sich ein groß gewachsener Europäer in einem sechs Quadratmeter großen Zimmer mit einem 1,60 Meter langen Bett wieder findet. Einfacher haben es da die Fahrer, die gesammelt im 'Suzuka Circuit Hotel' direkt an der Strecke wohnen.

Die Strecke gilt als fahrerisch sehr anspruchsvoll, besonders die S-Kurven erfordern eine extrem saubere Linie, die berüchtigte '130R' den ganzen Mut der Fahrer. Anstrengend ist der Kurs nicht nur wegen der vielen schnellen Kurven und Richtungswechsel, sondern auch auf Grund der Tatsache, dass das Wetter häufig unberechenbar ist, was zu der körperlichen Belastung eine zusätzliche mentale Belastung darstellt. Viele Fahrer kennen aus ihrer Zeit in der Formel Nippon die Strecke wie ihre eigene Westentasche.

Alexander Wurz machte 1996 als jüngster Sieger aller Zeiten bei den 24 Stunden von Le Mans auf sich aufmerksam, testete im selben Jahr erstmals ein Formel-1-Auto des Sauber-Teams und kam 1997 als Testfahrer bei Benetton unter. Als Ersatzmann für den kranken Gerhard Berger landete er gleich in seinem dritten Rennen in Silverstone auf dem Podium.

1998 überzeugte er als Teamkollege von Giancarlo Fisichella bei Benetton, beendete die WM-Wertung vor dem Italiener. 1999 und 2000 konnte er an diese Leistungen nicht mehr anknüpfen - weil er sich weigerte, einen Managementvertrag mit seinem Teamchef Flavio Briatore zu unterschreiben, wie böse Zungen noch heute unken. Ende 2000 blieb ihm nichts anderes übrig als als Testfahrer zu McLaren zu wechseln.

Wurz sorgte dort mit seinem hohen technischen Verständnis für Furore und machte sich einen Namen als einer der besten Entwicklungsfahrer der Formel 1. 2002 hatte er bereits einen Stammvertrag bei den "Silberpfeilen" unterschrieben, Ron Dennis zog seine Zusage aber in allerletzter Sekunde zurück, um Kimi Räikkönen an Bord zu holen.

Für die Saison 2006 heuerte er als Testfahrer bei Williams an, wo er mit seinem unbändigen Willen zum Comeback und mit seinen analytischen Fähigkeiten überzeugen konnte. Dies brachte ihm einen Rennvertrag für 2007 ein. Nach sechs Jahren Grand-Prix-Pause - Imola 2005 einmal ausgenommen - bedeutet dies vermutlich seine letzte Chance in der Formel 1.

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