Grosser Preis von
Italien

 
 
 
 


Autodromo Nazionale Monza, Monza

   

Die Formel 1-Strecke im königlichen Park von Monza steht eindeutig unter roter Flagge, hier steht Ferrari noch mehr als sonst im Vordergrund. Die italienische Leidenschaft für den Motorsport sorgt für eine einzigartige Atmosphäre. Die schnellste Rennstrecke im Formel 1-Kalender ist ein Härtetest für Fahrer und Material. Ein Sieg der roten Boliden würde das Grand-Prix-Wochenende zu einem einmaligen Erlebnis machen.

Im königlichen Park der norditalienischen Lombardei kriecht den Fans bei Kurvennamen wie 'Parabolica', 'Lesmo', 'Variante Ascari' ein kaltes Kribbeln den Rücken hinunter. Kurz hinter den Toren Mailands gelegen wäre Monza eigentlich eine verschlafene Kleinstadt, wären da nicht zigtausende von Fans aus aller Welt, die am Rennwochenende die engen Straßen in ein heilloses Chaos verwandeln. Ausgetragen wird der Große Preis von Italien seitdem es die Formel-1-Weltmeister-schaft gibt. Die Strecke inmitten eines schönen Parks hat sich über all die Jahre verändert, aber die unveränderte Start- und Zielgerade erinnert an die lange Vergangenheit des Kurses.

Mit einem Schnitt von über 250 km/h im Qualifying ist das 'Autodromo Nazionale Monza' die schnellste Formel-1-Rennstrecke. Der 5,793 Kilometer lange Kurs beansprucht wegen der brutalen Verzögerungsmanöver vor allem die Bremsen, aber auch die Reifen, die besonders in den schnellen Kurven wie der 'Curva Grande' und der 'Parabolica' stark belastet werden. Die ebene Pistenoberfläche ermöglicht das Fahren mit geringer Bodenfreiheit, was in den Kurven zu besserer Bodenhaftung führt und die sowieso schon flach eingestellten Flügel noch flacher werden lässt. Zu knapp 70 Prozent geben die Piloten in der Runde Vollgas und sorgen dafür, dass der Benzinverbrauch dementsprechend hoch ist und die Motoren bis an ihre Belastungsgrenze getrieben werden.

Rubens Barrichello geht 2008 in seine dritte Saison bei Honda, nachdem er 2006 einige Anlaufschwierigkeiten hatte und erst gegen Saisonmitte akzeptable Leistungen ablieferte und sich 2007 mit dem hoffnungslos unterlegenen RA107 abmühen musste. Sein Fahrstil nach alter Schule scheint mit der modernen Formel 1 nicht unbedingt zu harmonieren - lange bremste er ja sogar noch mit dem rechten Fuß.

Dass er über das nötige Talent verfügt, steht außer Frage - unvergessen die Supersiege in Hockenheim 2000 oder in Silverstone 2003 -, allerdings konnte er sein Potenzial während seiner Ferrari-Zeit an der Seite von Michael Schumacher nicht konstant genug abrufen. Mit neun Grand-Prix-Siegen gehört der am 23. Mai 1972 geborene Brasilianer trotzdem zu den erfolgreichsten Piloten im Starterfeld.

In Szenekreisen wird "Rubinho", wie ihn seine Fans nennen, als netter Zeitgenosse geschätzt, doch genau diese Nettigkeit ist es vielleicht, die ihn von einem kompromisslosen Superstar wie Schumacher unterscheidet. Doch gerade deswegen lieben ihn die brasilianischen Fans fast so innig wie früher Ayrton Senna und weit mehr als seinen jungen Ferrari-Nachfolger Felipe Massa.

Ein großer Traum, den er sich bisher noch nicht erfüllen konnte, ist ein Sieg beim Heimrennen in Interlagos bei São Paulo - schließlich würde Barrichello liebend gerne in den Fußstapfen seines großen Landsmannes Ayrton Senna wandeln...

 

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