Der Rekordchampion Schumacher
strebt weitere Titel an. «Vielleicht klappt das
nicht gleich im ersten Jahr, aber auf drei Jahre
gesehen ist das realistisch», sagte der 41-Jährige
der Bild-Zeitung. Um
möglichst schnell wieder ganz oben zu stehen,
bereitet sich der Rekord-Weltmeister gewohnt
akribisch auf sein Comeback nach dreieinhalbjähriger
Formel-1-Pause am 14. März in Bahrain vor.
Im andalusischen Jerez schloss
der siebenmalige Champion am 14. Januar den
dreitägigen Test in einem Rennwagen der
Formel-1-Nachwuchsklasse GP2 ab. Nachdem das
Programm an den ersten beiden Tagen durch Regen
beeinträchtigt war, konnte Schumacher dann 130
Runden auf trockener Strecke drehen. «Der Test hat
Michael einige Fahrpraxis in einem Monoposto
gebracht. Er war zuvor vor einem halben Jahr ja nur
wenige Runden gefahren und davor jahrelang nicht»,
sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug nach Ende
der Probefahrten.
130
Runden ohne Nackenprobleme
Seinen bislang letzten Test hatte
Schumacher am 31. Juli 2009 auf der
Ferrari-Hausstrecke in Mugello absolviert. Nicht mal
48 Stunden nach seiner damaligen Erklärung, sich auf
ein Comeback für seinen verunglückten ehemaligen
Teamkollegen Felipe Massa vorzubereiten, war der
Kerpener in einem zwei Jahre alten Ferrari gefahren.
Dabei hatten sich damals noch gesundheitliche
Beschwerden nach seinem schweren Motorradunfall vom
Februar ergeben.
Sein Nacken macht offensichtlich
dank intensiven Trainings nun keinen großen Ärger
mehr. Dagegen machte das Wetter in Jerez Probleme.
«Auch bei Formel-1-Rennen sind die
Witterungsbedingungen oft sehr schwierig,
Formel-1-Piloten sind alles andere als
Schönwetter-Fahrer, insofern war der Jerez-Test
rundherum okay», zog Haug zufrieden Bilanz.
Für Schumacher stand in Jerez
nicht nur das Fahren im Mittelpunkt. Die Zeit in
Andalusien diente ihm und seinen Ingenieure,
Mechanikern und anderen Helfern auch dazu, sich
besser kennenzulernen. Selbst wenn er nicht habe
fahren können, «habe ich doch die Zeit für Gespräche
mit Ingenieuren, Abstimmungsarbeiten und gemeinsamer
Vorbereitung auf die Saison nutzen können», hatte
Schumacher schon nach dem zweiten Tag gesagt.
Richtig ernst wird es Anfang
Februar. Dann darf Schumacher, der eine langfristige
Bindung mit dem Autobauer eingegangen ist, endlich
seinen neuen Dienstwagen mit dem Stern in Valencia
erstmals testen. Danach folgen laut Haug weitere
Test in Jerez und Barcelona, bevor am 14. März die
neue Saison in Bahrain startet.
Vettel
und Alonso sagen Schumi den Kampf an
Schumachers Konkurrenz zeigt sich
schon jetzt angriffslustig. «Ich möchte die
Weltmeisterschaft gewinnen. Das bedeutet, dass ich
bester Deutscher werde. Aber es interessiert mich
nicht, Bester der Deutschen zu sein. Denn ich will
der Beste von allen sein», meinte Vize-Weltmeister
Sebastian Vettel in einem Interview mit der
offiziellen Formel-1-Portal
formula1.com. Sein Team Red Bull und er haben
aus der vergangenen Saison seine Schlüsse gezogen.
«Wir werden die Fehler von 2009 nicht wiederholen»,
versicherte der 22 Jahre alte Heppenheimer.
Schumachers einstiger Rivale und
neuer Ferrari-Hoffnungsträger Fernando Alonso will -
anders als der Deutsche - seine Formel-1- Karriere
definitiv bei der Scuderia beenden. «Dies ist
hundertprozentig mein letztes Team», sagte der
Spanier beim traditionellen Saisonauftakt des
italienischen Rennstalls in Madonna di Campiglio.
Bei seinem ersten offiziellen Auftritt als
Ferrari-Pilot betonte Alonso, dass er für das Duell
mit seinem Vorgänger bereit ist. «Ich bin auf diese
große Herausforderung vorbereitet. Ferrari ist in
der ganzen Welt berühmt. Wir müssen gewinnen»,
forderte der 28-Jährige.